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- Bach-Zelewski, Erich v.d.: SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS, ab 1943 Leiter der Partisanenbekämpfung im Osten.

- Beck, Ludwig: (1880 - 1944), Generaloberst, war zunächst Generalstabschef des Heeres, wurde dann zu einem Gegner Adolf Hitlers in Fragen der Kriegsplanung: versuchte im Sommer 1938 vergeblich, die Generalität zum geschlossenen Rücktritt aufzufordern, um den Krieg zu verhindern. Trat dann aus Gewissensgründen zurück und engagierte sich in der Widerstandbewegung gegen das NS-Regime (sollte nach Hitlers Tod Reichsstatthalter werden). Nach dem Scheitern des Attentats vom 20. Juli 1944 forderte ihn General Friedrich Fromm im Bendlerblock zum Selbstmord auf. Der Versuch misslang. Der Schwerverletzte wurde von einem Feldwebel erschossen.

- Blaskowitz, Johannes: (1883 – 1948), Oberbefehlshaber der deutschen Besatzungskräfte in Polen. Schrieb an von Brauchitsch zwei Denkschriften über die Greuel in Polen. Im Verlauf des Frankreichfeldzugs wurde er mehrfach seiner Posten enthoben, übernahm jedoch später wieder andere Kommandos und stellte Hitlers Politik nicht mehr in Frage. Im Januar 1945 mit der Führung einer Heeresgruppe in Holland beauftragt, wo er am 5. Mai 1945 vor den Briten kapitulierte. Verübte am 5. Februar 1948 im Nürnberger Gefängnis durch einen Sprung aus dem Fenster Selbstmord.

- Blomberg, Werner Eduard Fritz von: (2.9.1878 – 14.3.1946), Generalfeldmarschall, 1933 – 1935 Reichswehrminister, 1935 – 1938 Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht. Wurde 1938 unter dem Vorwand einer nicht standesgemäßen Eheschließung entlassen. Starb 1946 in Nürnberg in Haft.

- Blumentritt, Günther: (1892 – 1967), 1938 Oberst im Generalstab des Heeres. Während des Polen- und Frankreichfeldzugs im Generalstab der Heeresgruppe Süd. 1940 Chef des Stabes der 4. Armee. Rußlandfeldzug Heeresgruppe Mitte. 10. Juni 1944 Chef des Generalstabs beim Oberbefehlshaber West in Frankreich. Seinem diplomatischen Geschick war die Sprachregelung zu danken, auf die sich Wehrmacht, SS und SD in der Nacht zum 21. Juli 1944 in Paris einigten. 1945 Oberbefehlshaber der 25. Armee, dann 1. Fallschirmarmee. 10. April 1945 Oberbefehlshaber der nach ihm benannten Armee.

- Bock, Fedor von: (1880 – 1945), 1940 Generalfeldmarschall, Oberbefehlshaber von Heeresgruppen in Polen, Frankreich und Rußland (Heeresgruppe Mitte). Als die Offensive vor Moskau zum Stehen kam, übertrug man ihm im Januar 1942 die Heeresgruppe Süd. Wegen Erfolgslosigkeit am 16. Juli 1942 abgelöst. Stellte sich bei Kriegsende der Regierung Dönitz zur Verfügung. Tod Anfang Mai 1945 durch Tiefflieger. Nach den judenfeindlichen Ausschreitungen vom 9.11.1938 stellte er im Kreise von Generälen erregt die Frage, ob man „dieses Schwein, den Goebbels, nicht aufhängen“ könne. Lehnte jedoch den aktiven Widerstand ab.

- Bodenschatz, Karl Heinrich: (geb. 1891), General der Luftwaffe, 1938 – 1942 Chef des Ministeramtes im Reichsluftfahrtministerium, 1943 – 1944 Görings Verbindungsoffizier zu Hitler.

- Bohle, Ernst Wilhelm: (geb. 1903), Gauleiter, Leiter der Auslandsorganisation der NSDAP.

- Bonhoeffer, Dietrich: (4.2.1906 – 9.4.1945), Sohn des bekannten Psychiaters und Neurologen Karl Bonhoeffer, Geistlicher und bedeutender evangelischer Theologe. Aktiver Widerstandskämpfer gegen Adolf Hitler. Wirkte zwischen 1933 und 1935 als Pfarrer in London. Zeitweilig Privatdozent an der Universität Berlin. Leitete seit 1935 das (illegale) Predigerseminar der Bekennenden Kirche. 1936 Lehr-, 1940 Rede- und 1941 Schreibverbot. In der politischen Widerstandsbewegung um Canaris versuchte er, mit dem Ausland Friedensgespräche aufzunehmen: wichtige Auslandskontakte zu Visser’t Hooft, dem generalsekretär des Ökumenischen Rates in Genf, und Bischof Bell. Am 5.4.1943 wegen Wehrkraftzersetzung verhaftet, wurde er kurz vor der Befreiung durch die Amerikaner nach Standgerichtsverfahren im KZ Flossenbürg gehängt.

- Bormann, Martin: (geb.16.6.1900), ab 1938 im persönlichen Stab Hitlers, 1941 – 1945 Leiter der Parteikanzlei, 1943 bis 1945 Hitlers persönlicher Sekretär, einer der mächtigsten Männer des Dritten Reichs. Nach 1945 verschollen (vermutlich am 2.5.1945 in Berliner Reichskanzlei getötet bzw. Selbstmord), am 1.10.1946 in Abwesenheit zum Tod verurteilt, 1973 für tot erklärt.

- Brauchitsch, Walther von: (1881 – 1948), 1938 als Nachfolger Werner von Fritschs Oberbefehlshaber des Heeres, 1940 Generalfeldmarschall. Bemühte sich erfolglos um die Rehabilitierung seines Vorgängers. Nach ersten Rückschlägen an der Ostfront im Dezember 1941 abgesetzt. Wußte von der Opposition gegen Hitler und stand Hitlers Agressionspolitik kritisch gegenüber. Unterstützte ihn dennoch, vor allem aus persönlicher Schwäche. Bezeichnete den Attentatsversuch vom 20.Juli als „Wahnsinnstat einer kleinen Zahl Ehrvergessener“.

- Braun, Eva: (6.2.1912 – 30.4.1945), langjährige Geliebte Hitlers (seit 1931), heiratete ihn einen Tag vor ihrem gemeinsamen Selbstmord.

- Bussche-Streithorst, Axel Freiherr von dem: (1919 – 1993), Major. 1942 in Dubno Zeuge einer Massenerschießung von Juden. Erklärte danach, für die Ehre eines Offiziers blieben nur drei Wege offen: Fallen, Fahnenflucht oder Rebellion. Wollte Anfang 194 bei einer Vorführung neuer Uniformen Hitler durch ein Sprengstoffattentat mit in den Tod nehmen. Scheiterte an Zufällen, die Hitlers Erscheinen verhinderten. Entging im Juni 1944 der Verhaftung. Nach 1945 Jurastudium. 1954 – 1958 Legationsrat an der deutschen Botschaft in Washington.

- Canaris, Wilhelm: (1.1.1887 – 9.4.1945), Admiral, 1935 – 1938 Leiter der Abwehr-Abteilung im Wehrmachtsamt, 1938 – 1944 des Amtes Ausland/Abwehr im OKWCanaris, besonders von 1938 bis 1941 unterstützte er die Widerstandsbewegung gegen Hitler. Im Februar 1944 Amtsenthebung. Canaris wurde 1945 im Konzentrationslager Flossenburg hingerichtet.

- Chamberlain, Arthur Neville: (18.3.1869 – 19.11.1940), englischer Politiker aus bedeutender Politikerfamilie (Vater und Bruder Minister),1937 bis 1940 britischer Premierminister. Veruschte, Hitler durch Zugeständnisse zu beschwichtigen („Appeasementpolitik“), schloss 1938 das Münchner Abkommen und trat nach Scheitern seiner Politik 1940 zurück.

- Churchill, Sir Winston Leonard Spencer: (30.11.1874 - 24.1.1965), englischer Politiker, Historiker und Publizist. 1940 bis 1945 Premierminister. Churchill, der einem traditions- und einflussreichen Elternhaus entstammte, wurde nach hocharistokratischer Manier in Eton erzogen und diente anschließend als Offizier. Bereits mit 25 Jahren trat er für die konservative Partei ins Unterhaus ein, wechselte 1904 zu den Liberalen und besetzte von 1906-1929 zahlreiche hohe Staatsämter. In den 30er Jahren war Churchill, der 1924 zu den "Torys" zurückgekehrt war, politisch nahezu isoliert, weil er den "Appeasementkurs" von Premierminister Chamberlain gegenüber Hitler scharf kritisierte. Während des Zweiten Weltkriegs avancierte Churchill als britischer Premierminister durch seine Reden und seinen entschiedenen Verteidigungskurs gegen Hitler zum Symbol des britischen Durchhaltewillens. Über seine Erfahrungen und Erlebnisse in dieser Zeit gab er nach 1945 in seinen sechsbändigen Erinnerungen "Der zweite Weltkrieg" (1948-1954) Auskunft. Für dieses Werk erhielt er 1953 den Nobelpreis für Literatur.

- Dahlerus, Birger: (1891 – 1957), schwedischer Industrieller, Bekannter Görings.

- Daladier, Edouard: (18.6.1884 – 10.10.1970), französischer Politiker. Betrieb als Ministerpräsident 1933/34 sowie 1938 – 1940 zunächst eine Politik des „Appeasements“ gegen Deutschland, die in seiner Zustimmung zum Münchener Abkommen 1938 gipfelte. 1939 erklärte er gemeinsam mit Chamberlain dem Deutschen Reich den Krieg. 1940 verhaftet und 1943 in Deutschland interniert, setzte er nach dem Krieg seine politische Laufbahn u.a. als Präsident der Linksrepublikanischen Sammlung (1947 – 1945) und Präsident der Radikal-sozialistischen Partei (1957/58) fort.

- Dietrich, Josef (Sepp): (geb. 1892), SS-Obergruppenführer und Generaloberst der Waffen-SS, Führer der Leibstandarte „Adolf Hitler“, 1946 im Malmedy-Prozess wegen Gefangenenerschießung zu lebenslanger Haft verurteilt, 1955 entlassen, 1957 wegen Beteiligung an der Erschießung Röhms und anderer SA-Führer zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt.

- Dohnanyi, Hans von: (1902 – 1945), seit 1929 persönlicher Referent des Reichsjustizministers, später Leiter des Ministerbüros. Sammelte systematisch Informationen über Rechtsbrüche und Untaten des NS-Regimes. Seit 1938 Kontakt zu oppositionellen Militärs. Führend an der Vorbereitung des Staatsstreichversuchs im September 1938 beteiligt. Auf Druck der NSDAP-Parteikanzlei 1938 an das Reichsgericht in Leipzig versetzt. Seit August 1939 Sonderführer im Ausland/Abwehr des OKW. Leitete Berichte seines Schwagers Dietrich Bonhoeffer über die Judendeportationen an hohe Militärs weiter, um diese zum Einschreiten zu bewegen. Verhalf von der Deportation bedrohten Juden zur Ausreise. Am 5. 4.1943 wegen angeblicher Devisenvergehen verhaftet. Nach dem 20. Juli 1944 wurde ein Teil der von ihm gesammelten Dokumente über NS-Verbrechen und Staatsstreichbemühungen von der Gestapo entdeckt. Am 8.4.1945 im KZ Sachsenhausen ermordet.

- Dollfuß, Engelbert: (1892 – 1934), 1932 bis 1934 österreichischer Bundeskanzler und Außenminister, am 25.7.1934 ermordet.

- Dönitz, Karl: (16.9.1891 – 24.12.980), deutscher Großadmiral seit 1943, Befehlshaber der U-Boote im Ersten Weltkrieg, 1943 Nachfolger Raeders als Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, nach Hitlers Selbstmord 1945 23 Tage deutsches Staatsoberhaupt, von den Engländern verhaftet und im Nürnberger Prozess als Kriegsverbrecher zu 10 Jahren Haft verurteilt (Verteidiger: Flottenrichter Otto Kranzbuehler).

- Eichmann, Adolf: (19.3.1906 – 31.5.1962), SS-Obersturmbannführer, Leiter des Judenreferats im Reichssicherheitshauptamt, leitete und koordinierte die Vernichtung der jüdischen Bevölkerung Europas (sog. "Endlösung der Judenfrage"), flüchtete nach dem Zweiten Weltkrieg nach Argentinien, wurde 1960 von israelischen Agenten aufgespürt und nach Israel gebracht. 1961 Beginn des Eichmann-Prozesses in Jerusalem, sein Todesurteil wurde 1962 vollstreckt (Verteidiger: Dr. Robert Servatius).

- Eisenhower, Dwight D.: (14.10.1890 – 28.3.1969), amerikanischer General und Politiker, Oberbefehlshaber der Alliierten bei der Invasion 1944 bzw. Oberbefehlshaber der US-Truppen in Europa, nach 1945 US-Oberbefehlshaber in Deutschland. War von 1953 bis 1961 der 34. Präsident der USA.

- Endres, Anton: Aufseher der Dachauer Kriegsverbrecher.

- Ernst, Karl: (1904 – 1934), SA-Gruppenführer, ab 1931 SA-Führer in Berlin, am 30.6. 1934 ermordet.

- Falkenhausen, Alexander von: (1878 – 1966), General der Infanterie. 1935 bis 1938 Militärberater in China. 1940 Militärbefehlshaber in Belgien und Nordfrankreich. Am 18.7.1944 aus verschiedenen Verdachtsgründen verhaftet. Nach dem 20. Juli verhaftet. Wurde 1945 mit dem sog. Prominententransport auf eine Irrfahrt von Lager zu Lager geschickt und am Ende befreit. 1951 in Belgien wegen Geiselerschießungen und Judendeportationen zu 12 Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Nach 3 Wochen Freilassung, da er zahlreiche belgische Bürger vor der SS gerettet hatte.

- Fellgiebel, Erich: (1886 – 1944), Berufssoldat. Im August 1938 zum Chef des Heeresnachrichtenwesens und Chef der Wehrmachtsnachrichtenverbindungen im OKW ernannt. Stand seit Reichswehrtagen vor allem mit Beck und Stülpnagel in engem Einvernehmen und stieß über sie zum Widerstand. Hitler witterte in dem gedankenvollen, scharf beobachtenden und unabhängigen Mann von Anfang an einen Gegner, doch war Fellgiebel als Fachmann unersetzlich. Seiner Mitwirkung kam für das Gelingen des Staatsstreiches entscheidende Bedeutung zu, da er die Aufgabe hatte, das Führerhauptquartier im Anschluss an das Attentat nachrichtentechnisch abzuriegeln. Wurde als einer der ersten aus dem Kreis der Verschwörer noch in der Nacht zum 21. Juli 1944 verhaftet, am 10.8.1944 zum Tod verurteilt und am 4.9.1944 hingerichtet.

- Frank, Anne: (12.6.1929 - März 1945). Geboren in Frankfurt am Main, flüchtete Anne Frank als Tochter eines jüdischen Bankiers 1933 mit ihrer Familie vor den Nazis in die Niederlande. Während der deutschen Besatzung lebte sie seit 1942 versteckt in einem Amsterdamer Hinterhaus, bis die Familie 1944 entdeckt und ins KZ gebracht wurde. Sie starb im März 1945 im KZ Bergen-Belsen, vermutlich an Typhus. Über die Zeit im Versteck führte das Mädchen Tagebuch. Nach dem Krieg veröffentlichte ihr Vater, der als einziger der Familie überlebte, dieses erschütternde Zeugnis der Judenverfolgung ("Das Tagebuch der Anne Frank").

- Frank, Hans: (1900 – 1946), 1933 – 1943 Leiter des Rechtsamtes der NSDAP und Präsident der „Akademie für Deutsches Recht“, 1939 – 1945 Generalgouverneur von Polen, am 16.10.1946 als Kriegsverbrecher hingerichtet (Verteidiger: Dr. Alfred Seidl).

- Freisler, Roland: (1893 – 1945). Im Ersten Weltkrieg in russischer Kriegsgefangenschaft. Dann bolschewistischer Kommissar und Rückkehr als Kommunist. Jurastudium. Anwalt. 1925 NSDAP. 1933 Leiter der Personalabteilung im preußischen Justizministerium. 1934 Staatssekretär im preußischen, dann im Reichsjustizministerium. Seit August 1942 Präsident des Volksgerichtshofes. Berüchtigt für seine Verhöre. Fand bei einem alliierten Bombenangriff Anfang Februar 1945 den Tod.

- Frick, Wilhelm: 1933 – 1943 Reichsminister des Inneren, 1943 – 1945 Reichsprotektor von Böhmen und Mähren, am 16.10.1946 als Kriegsverbrecher hingerichtet (Verteidiger: Dr. Otto Pannenbecker).

- Fritsch, Werner Freiherr von: (4.8.1880 - 22.9.1939), deutscher Generaloberst, seit 1934 Chef der Heeresleitung, seit 1935 Oberbefehlshaber des Heeres. Äußerte militärische Bedenken gegen die Expansionspläne Hitlers, war jedoch Befürworter einer national orientierten Revisionspolitik; 1938 durch eine Intrige Görings bzw. der Gestapo (ihm wurde Homosexualität unterstellt) als Oberbefehlshaber des Heeres entlassen (sog. Fritsch-Krise), später von einem militärischen Ehrengericht freigesprochen und (nicht öffentlich) rehabilitiert. In diesem Zuge konnte sich Hitler das Oberkommando über die Wehrmacht aneignen. Fiel nach Kriegsbeginn im Polenfeldzug.

- Fritzsche, Hans: (1900 – 1953), 1939 – 1945 Rundfunkkommentator, im Nürnberger Prozess freigesprochen, durch Entnazifizierungsgericht zu neun Jahren Arbeitslager verurteilt, vorzeitig entlassen (Verteidiger: Dr. Heinz Fritz, Dr. Alfred Schilf).

- Fromm, Friedrich: (1888 – 1945), Generaloberst. 1939 bis 1944 Chef der Heeresrüstung und Befehlshaber des Ersatzheeres. Hatte Kenntnis von den konspirativen Aktivitäten in seiner engsten Umgebung. Schlug sich aber angesichts des Scheiterns auf die Seite der Sieger. Nach einem zweifelhaften Standgerichtsverfahren ließ er seinen Stabschef Stauffenberg und drei weitere Verschwörer, nicht zuletzt um seine Mitwisserschaft zu verdecken, in der Nacht des 20. Juli im Bendlerblock erschießen. Dennoch vom Volksgerichtshof verurteilt und erschossen.

- Funk, Walter: (1890 – 1960), Reichswirtschaftsminister, Reichsbankpräsident, im Nürnberger Prozess zu lebenslanger Haft verurteilt (Verteidiger: Dr. Fritz Sauter).

- Gaulle, Charles de: (22.11.1890 – 9.11.1970), französischer General und Politiker, 1932 Generalsekretär des französischen Obersten Verteidigungsrates, 1940 Unterstaatssekretär für Nationale Verteidigung, rief nach der Kapitulation aus dem Londoner Exil zur Fortführung des Krieges auf und erklärte sich zum legitimen Repräsentanten Frankreichs. Wurde 1945 wurde er als Ministerpräsident bestätigt und zum provisorischen Staatsoberhaupt gewählt. 1953 zog er sich vorübergehend aus der Politik zurück, bis er 1958 erneut das Amt des Ministerpräsidenten übernahm und im gleichen Jahr zum ersten Präsident der 5. Republik gewählt wurde. 1969 trat er zurück.

- Gersdorff, Rudolph-Christoph Freiherr von: (1905 – 1980), Berufsoffizier. 1941 bis 1943 Abwehroffizier Heeresgruppe Mitte. Bemühte sich erfolglos, Manstein für den Widerstand zu gewinnen. Versuchte am 21.3.1943, sich beim Besuch einer Ausstellung im Berliner Zeughaus mit Hitler zusammen in die Luft zu sprengen. Der Plan misslang, da Hitler die Ausstellung vorzeitig verließ. 1944/45 Stabschef der 7. Armee. Der Gestapo entging seine Widerstandstätigkeit. Sah 1934 in der Vereidigung der Armee auf Hitler nach Hindenburgs Tod einen „erschlichenen Eid“.

- Gerstenmaier, Eugen: (1906 – 1986), evangelischer Theologe. 1933/34 engagierte er sich im kirchlichen Abwehrkampf gegen die Deutschen Christen. Durch die Gestapo für kurze Zeit inhaftiert. Seit 1936 Konsistorialrat im Kirchlichen Außenamt unter Bischof Theodor Heckel. Auslandsreisen für den Widerstand. 1940 von der kulturpolitischen Abteilung des Auswärtigen Amtes dienstverpflichtet. Beteiligung am Kreisauer Kreis. Am 20. Juli hielt er sich zur Unterstützung des Umsturzversuches im Bendlerblock auf und wurde verhaftet. Nach geschickter Verteidigung im Januar 1945 vom Volksgerichtshof zu 7 Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach dem krieg Mitglied der Synode der EKD und führender CDU-Politiker. 1954 bis 1969 Bundestagspräsident.

- Gisevius, Hans Bernd: (1904 – 1974), Jurist. Ab August 1933 bei der Politischen Polizei in Preußen. Zeuge des Aufbaus der Geheimen Staatspolizei und der politischen Morde des 30.6.1934. Schied als Regierungsrat im Reichsinnenministerium aus dem Staatsdienst aus. Dann in der Privatwirtschaft. War 1938 an den Staatsstreichplänen militärischer Kreise führend beteiligt. 1939 Sonderführer in der Abwehrabteilung des OKW unter Canaris. 1940 bis 1944  Abwehrbeauftragter beim deutschen Generalkonsulat in Zürich. Im Auftrag der Militäropposition Verbindungen zu den westlichen Alliierten. Reiste kurz vom 20. Juli nach Berlin und hielt sich am Tag selbst im Bendlerblock bereit. Konnte nach dem Attentat in die Schweiz fliehen. Autor eines der Zeugenberichte des deutschen Widerstands aus erster Hand. Zeuge im Nürnberger Prozess.

- Goebbels, Joseph: (29.10.1897 – 1.5.1945), deutscher Politiker und Journalist. Nach philologischem Studium war er seit 1922 Mitglied der NSDAP, wurde 1926 von Hitler zum Gauleiter von Berlin-Brandenburg ernannt und war seit 1928 Abgeordneter der NSDAP im Reichstag. 1929 zum NSDAP-Reichspropagandaleiter ernannt, wurde er 1933 Reichsminister für „Volksaufklärung und Propaganda“ und Präsident der Reichskulturkammer. In dieser Rolle inszenierte er das nationalsozialistische System als byzantinischen Führerkult, betrieb die Gleichschaltung der Kultur und spielte eine führende Rolle bei der Judenverfolgung. Im Krieg profilierte er sich mit Durchhalteappellen (Sportpalastrede 1943 nach der Katastrophe von Stalingrad) und wurde 1944 „Generalbevollmächtigter für den totalen Kriegseinsatz“. Beging 1945 kurz nach Hitler Selbstmord.

- Goerdeler, Carl Friedrich: (31.7.1884 – 2.2.1945), deutscher Verwaltungsjurist und Politiker, war seit 1930 Leipziger Oberbürgermeister, trat 1937 aus Opposition gegen die Nazis zurück, war seit 1939 Führer des zivilen, bürgerlichen Widerstands gegen Hitler, war als dessen Nachfolger vorgesehen und wurde nach dem von ihm abgelehnten Attentat vom 20. Juli 1944 zum Tod verurteilt und hingerichtet.

- Göring, Hermann Wilhelm: (12.1.1893 - 15.10.1946), deutscher Politiker, Fliegerhauptmann im 1. Weltkrieg, seit 1922 Mitglied der NSDAP, 5.5.1933 Minister für Luftfahrt, 11.4. 1933 preußischer Ministerpräsident und bis zum 1.5.1934 Innenminister, preußischer Chef der Gestapo, Chef des Vierjahresplanes, seit 1938 Generalfeldmarschall, Vorsitzender des Reichsverteidigungsrates (1939) und designierter Nachfolger Hitlers. 1940 Reichsmarschall. Göring war einer der Hauptverantwortlichen für die Verfolgung und Ermordung politischer Gegner des Nationalsozialismus. Nach Anfangserfolgen im Luftkrieg des 2. Weltkriegs 1945 bei Hitler in Ungnade gefallen, bei den Nürnberger Prozessen zum Tode verurteilt, entzog sich der Hinrichtung durch Selbstmord mit Hilfe von Gift.

- Guderian, Heinz: (1888 – 1954), Generaloberst, 1940 kommandierender General eines Panzerkorps, 1941 – 1942 Oberbefehlshaber einer Panzerarmee, 1943 Generalinspekteur der Panzertruppen, 1944 – 1945 Chef des Generalstabes des Heeres.

- Hácha, Emil: (1872 – 1945), 1938 bis 1939 Präsident der Tschechoslowakischen Republik, 1939 bis 1945 Staatspräsident des Reichsprotektorats Böhmen und Mähren.

- Hassell, Ulrich von: (12.11.1881 – 8.9.1944), deutscher Diplomat, 1932 - 1938 Botschafter in Rom, schloss sich dem Widerstandskreis um Goerdeler an, der ihn nach der Beseitigung Hitlers zum Außenminister berufen wollte. Wurde nach dem 20.7.1944 hingerichtet.

- Haushofer, Karl: (1869 – 1946), Geopolitiker, 1921 – 1939 Professor in München, ab 1942 Mitglied der „Volksdeutschen Mittelstelle“, am 13.3.1946 Selbstmord.

- Heß, Rudolf Walter Richard: (26.4.1894 – 17.8.1987), war als enger Weggefährte Hitlers seit 1925 dessen Privatsekretär, ab 1932 Vorsitzender der Politischen Zentralkommission der NSDAP, seit 1933 „Stellvertreter des Führers“ und damit zweiter Mann der NSDAP. 1941 flog er kurz vor dem Russlandfeldzug auf eigene Faust zu Friedensverhandlungen nach Großbritannien, wurde interniert und 1946 im Nürnberger Prozess zu lebenslanger Haft verurteilt, die er im Spandauer Kriegsverbrechergefängnis verbüßte, beging 1987 Selbstmord.

- Heusinger, Adolf: (1897 - 1982), deutscher General, Chef der Operationsabteilung im Zweiten Weltkrieg. Militärischer Berater Konrad Adenauers. 1957-1961 Generalinspekteur der Bundeswehr.

- Heydrich, Reinhard: (17.3.1904 – 4.6.1942), baute als SS-Führer seit 1934 Gestapo und Sicherheitspolizei zur Terrororganisation des NS-Regimes auf, seit 1936 Leiter der Sicherheitspolizei und der Gestapo, seit 1939 Leiter des Reichssicherheitshauptamtes. Er sollte die Vernichtung der europäischen Juden koordinieren.1941 Reichsprotektor in Böhmen und Mähren. Nach seiner Ermordung durch den tschechischen Widerstand gab es blutige Repressalien gegen das Dorf Lidice.

- Himmler, Heinrich: (7.10.1900 - 23.5.1945), von Anfang an führendes Mitglied der NSDAP, seit 1929 „Reichsführer SS“, errichtete einen umfassenden Terrorapparat zur Ausschaltung aller Regimegegner. 1934 Chef der Gestapo, 1936 der gesamten deutschen Polizei, 1943 Reichsinnenminister, 1944 Chef des Ersatzheeres, Selbstmord durch Gift in britischer Gefangenschaft. Himmler ist neben Hitler einer der Hauptverantwortlichen für den Terror der KZ und die Judenvernichtung, als Verantwortlicher für die Konzentrationslager und die gesamte Völkermordpolitik gilt er als einer der Hauptverbrecher des Dritten Reichs.

- Hindenburg, Paul von Beneckendorff und von: (2.10.1847 – 2.8.1934), deutscher Generalfeldmarschall 1914 und Staatsmann, kehrte 1914 in den aktiven Dienst zurück, schlug mit Ludendorff die russische Armee bei Tannenberg, 1916 Chef des Generalstabs, trug als kompromissloser Vertreter eines Siegfriedens zum Sturz des Reichskanzlers Bethmann-Hollweg bei. Nach der Niederlage als Symbol- und Integrationsfigur der Rechtsparteien 1925 zum Reichspräsidenten gewählt und in diesem Amt mitverantwortlich für die Demontage der Republik. Berief am 30.1.1933 Hitler zum Reichskanzler.

- Hitler, Adolf: (20.4.1889 - 30.4.1945), in Österreich als Sohn eines Zollbeamten geboren (Braunau am Inn), Kunstmaler in München, 1914 Kriegsfreiwilliger, seit 1921 Führer der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP), nach missglücktem Putsch in München (9.11.1923) zu 5 Jahren Festungshaft verurteilt, verbüßte davon 8 Monate, schrieb in dieser Zeit den ersten Teil von "Mein Kampf". Bis 1932 Aufbau der Partei und der Verbände (SA, SS), unterlag 1932 in der Wahl zum Reichspräsidenten gegen Hindenburg, 1933 mit Hilfe der Deutschnationalen (Hugenberg) Reichskanzler, nach dem Tod Hindenburgs (August1934) "Führer und Reichskanzler". Hitler schuf mit dem "Führerstaat" eine Diktatur, die ihm weitreichende Entscheidungsgewalten gab. Durch sein Talent zur Demagogie, vordergründige Erfolge in der Wirtschaftspolitik und die Revision zahlreicher Auflagen des Versailler Vertrags verstand er es, die Massen für sich und seine Partei, die NSDAP, zu begeistern. Hitler festigte seine Stellung nach dem Röhm-Putsch insbesondere auf der Basis des Ermächtigungsgesetzes. 1938 Oberbefehl über die Wehrmacht, 1939 befahl Hitler den Überfall auf Polen, Beginn eines von Deutschland ausgehenden expansionistischen Vernichtungskrieges. Hitler gab außerdem die Anweisung zur sogenannten "Endlösung der Judenfrage", die in der systematischen Ermordung (Holocaust) von 6 Millionen Menschen gipfelte. Es gab mehrere Anschläge auf Hitler, insbesondere das Attentat vom 20.7.1944. Während der letzten Tage des russischen Angriffs auf Berlin beging Hitler Selbstmord.

- Höß, Rudolf Franz Ferdinand: (1900 – 1947), SS-Obersturmbannführer, 1940 – 1943 Kommandant des Lagers Auschwitz, am 16.4.1947 als Kriegsverbrecher hingerichtet.

- Hoßbach, Friedrich Wilhelm Ludwig: General, 1934 – 1938 Wehrmachtsadjutant bei Hitler.

- Jodl, Alfred: (10.5.1890 – 16.10.1946), deutscher Generaloberst, Chef des Wehrmachtführungsstabes, unterzeichnete am 7.5.1945 in Reims die Gesamtkapitulation der Wehrmacht, in den Nürnberger Prozessen wegen Verbrechen gegen den Frieden und die Menschlichkeit zum Tode verurteilt und hingerichtet.

- Kaltenbrunner, Ernst: (4.10.1903 – 16.10.1946), österreichisch-deutscher Jurist und Politiker, zunächst Rechtsanwalt, seit 1932 Mitglied der NSDAP und SS in Österreich. 1938 ins Kabinett Seyß-Inquart aufgenommen, wirkte er am Anschluss Österreichs mit. Anfang 1943 Nachfolger Heydrichs als Leiter des Reichssicherheitshauptamtes und Chef der Sicherheitspolizei und des SD und führte die unter Heydrich eingeleitete Judenvernichtung fort. Im Nürnberger Prozess zum Tod verurteilt.

- Keitel, Wilhelm: (22.9.1882 – 16.10.1946), deutscher Generalfeldmarschall, seit 1935 Chef des Wehrmachtsamtes im Reichskriegsministerium, 1938 Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, galt als Bewunderer Hitlers und führte dessen befehle (u.a. den Kommissarbefehl über Erschießung von Politinstrukteuren der Roten Armee) widerspruchslos aus (Spitzname „Lakeitel“). Im Nürnberger Prozess als Kriegsverbrecher zum Tod verurteilt.

- Kreisauer Kreis: Eine Widerstandsgruppe gegen Hitler um Graf Moltke, Besitzer des Gutes Kreisau. Dazu gehörten u.a. York v. Wartenburg, Delp, Haubach, Leber, Reichwein, Trott zu Soltz und v. Haeften, sämtliche hingerichtet. Die Mehrheit des Kreisauer Kreises befürwortete das Attentat auf Hitler (20.Juli 1944).

- Langleist, Walter: Batallionskommandant, Dachauer Kriegsverbrecher.

- Leber, Julius: (1891 - 1945), deutscher Politiker, Widerstandskämpfer, 1933 -1937 KZ-Inhaftierung, nach dem 20.7.1944 zum Tode verurteilt und hingerichtet.

- Lenin: Pseudonym von Wladimir Iljitsch Uljanow (22.4.1870 – 21.1.1924), sowjetrussischer Politiker, der geistige Vater der Sowjetunion. Bis 1891 Rechtsanwalt, seit 1893 widmete er sich ganz der revolutionären Bewegung, von 1895 - 1900 nach Sibirien verbannt, wo er den Namen Lenin nach dem Fluss Lena annahm. Gab anschließend im Ausland die sozialdemokratische Zeitung "Iskra" (Funke) heraus, lebte u.a. in London, München, Genf, und Zürich. Auf dem Kongress der russisch-sozialistischen Partei in London (1903) gewann er die Mehrheit für den Gedanken, dass die Partei aus Berufsrevolutionären bestehen müsse, das führte zur Spaltung in die Mehrheitsgruppe, die Bolschewiki, und eine Minderheit, die Menschewiki. Er nahm an der Revolution von 1905 teil, hielt sich im Ersten Weltkrieg in der Schweiz auf und kehrte in einem vom deutschen Oberkommando gestellten Eisenbahnwagen nach Russland zurück, wo er eine lebhafte Agitation für einen sofortigen Friedensschluss und die Übertragung aller Macht an die Sowjets, die Arbeiter- und Soldatenräte, entfaltete. Am 25.10.1917 stürzte er die Regierung Kerenski und wurde als Vorsitzender des Rates der Volkskommissare und Führer der Kommunistischen Internationale der mächtigste Mann in Russland, das er zu einer Union von Sowjetrepubliken umformte. 1918 schloss er den Frieden von Brest-Litowsk mit Deutschland und Österreich und unterdrückte die Versuche der "Weißen" -, Großgrundbesitzer und Anhänger des Zarenreichs, in einem blutigen Bürgerkrieg die Macht zurückzugewinnen. Lenin ist neben seinen Leistungen in der praktischen Staatsführung als bedeutendster Theoretiker des Kommunismus hervorgetreten, den er zum Leninismus weiterentwickelte. Seine sterbliche Hülle ist im Lenin-Mausoleum auf dem Roten Platz in Moskau aufgebahrt.

- Ley, Robert: (1890 - 1945), nationalsozialistischer Politiker, führte 1933 die Gleichschaltung der Gewerkschaften durch, Leiter der deutschen Arbeitsfront und der Organisation "Kraft durch Freude", entzog sich dem Prozess der Alliierten am 25.10.1945 durch Selbstmord.

- Molotow, Wjatscheslaw: (9.3.1890 – 8.11.1986), sowjetischer Politiker, 1930-41 Vorsitzender des Rats der Volkskommissare (Ministerpräsident), 1939-49 und 1953-56 Außenminister, 1957 aller Regierungsämter enthoben und als Botschafter nach Ulan-Bator versetzt, 1960/61 bei der Internationalen Atomenergiekommission in Wien, 1962 als Stalinist aus der Partei ausgeschlossen.

- Moltke, Helmuth Graf von: (26.10.1800 - 24.4.1891), preußischer Feldherr. Seine militärische Karriere begann der mecklenburgische Offizierssohn als Kadett in dänischen Diensten.1822 wechselte er als Leutnant in den Dienst des preußischen Königs und stieg 1828 in den Generalstab auf. Bevor er sich vollständig seiner Generalstabskarriere widmete, verbrachte er die Jahre 1835-39 im Dienst des Osmanischen Reiches, wo er als militärischer Berater eingesetzt wurde. Nach seiner Rückkehr war er erneut für die preußische Armee tätig und gelangte 1857 als Chef des Generalstabs an die militärische Spitze. Sein großes Prestige gründet sich vor allem auf seine Erfolge in den Reicheinigungskriegen, die zur Gründung des 2. Deutschen Kaiserreiches führten. Belohnt wurden diese Leistungen nach Ausrufung des Kaiserreiches mit der Verleihung verschiedener Ehrauszeichnungen:1870 verlieh man ihm den Titel eines Grafen und 1871 den militärischen Grad eines Generalfeldmarschalls. Darüber hinaus engagierte sich Moltke auf Seiten der Konservativen als Mitglied im Reichstag (1867-91) und als bedeutender Militärschriftsteller. Moltke war ein genialer Taktiker, der seine Feldzüge unter Ausnutzung der modernen Technik bis ins kleinste Detail vorausplante. Seiner Meinung nach lag das Geheimnis jedes Kriegserfolgs in der genauen Planung des Vorgehens, da der weitere Verlauf der Kriegsführung ohnehin von vielen später nicht mehr zu berechnenden Unsicherheitsfaktoren abhängig war. Mit seiner Methodik und Strategie schuf Moltke die Grundlage für die Führung moderner Massenheere.

- Moltke, Helmuth James Graf von: (11.3.1907 – 32.1.1945), Großneffe von Helmuth Graf von Moltke, Jurist und Landwirt, 1939-45 Sachverständiger für Kriegs- und Völkerrecht im Oberkommando der Wehrmacht.Um ihn versammelte sich seit 1939 eine Gruppe von Hitler-Gegnern (Kreisauer Kreis), die eine Nachkriegsordnung für ein demokratisches Deutschland entwarfen. Obwohl nicht beteiligt an der Vorbereitung des Attentats vom 20. Juli, als Gegner Hitlers hingerichtet.

- Montgomery, Bernard Law: (17.11.1887 – 24.3.1976). Seit 1946 Viscount Montgomery of El Alamein and Hindhead, britischer Feldmarschall, Oberbefehlshaber im Zweiten Weltkrieg (1942/43 in Afrika Gegner Rommels, 1944/45 an der Westfront), 1945/46 Oberbefehlshaber der britischen Besatzungstruppen in Deutschland, 1951-58 Erster Stellvertreter des Oberbefehlshabers der NATO-Streitkräfte.

- Neurath, Konstantin Freiherr von: (1873 - 1956), deutscher Diplomat und Politiker, 1932-38 Reichsaußenminister, 1939-43 Reichsprotektor in Böhmen und Mähren. Im Nürnberger Prozess 1946 zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt, 1956 nach Haftentlassung gestorben.

- Niemöller, Martin: (14.1.1892 – 6.3.1984), evangelischer Theologe, im 1. Weltkrieg U-Boot-Kommandant, seit 1931 Pfarrer in Berlin-Dahlem.1932 Begründer des Pfarrernotbundes (Bekennende Kirche), 1937 - 1945 im KZ, Mitbegründer der EKD, 1947-64 Kirchenpräsident der Evangelischen Landeskirche von Hessen-Nassau, seit 1961-1967 einer der sechs Präsidenten des Weltrats der Kirchen.

- Nürnberger Prozesse: Die von den Alliierten 1945/46 und von amerikanischen Militärgerichtshöfen bis 1949 durchgeführten Strafprozesse gegen führende Personen des nationalsozialistischen Deutschlands (Nationalsozialismus) wegen Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen den Frieden und gegen die Menschlichkeit.
Todesurteile: Göring, Keitel, Jodl, v. Ribbentrop, Rosenberg, Frank, Frick, Streicher, Kaltenbrunner, Sauckel, Bormann, Seyß-Inquart. Göring beging Selbstmord im Gefängnis, die anderen wurden am 15.10.1946 gehängt. Gefängnis: Heß, Funk und Raeder (lebenslänglich), von Schirach und Speer (20 Jahre), von Neurath (15 Jahre), Dönitz (10 Jahre). Freigesprochen: von Papen, Schacht, Fritzsche. Als verbrecherische Organisationen wurden u.a. erklärt: SS, Gestapo, Führerkorps der NSDAP.
Die von amerikanischen Militärgerichten durchgeführten Prozesse richteten sich gegen Ärzte, Generäle, Direktoren der IG-Farben und Angehörige der SS.

- Papen, Franz von: (29.10.1879 – 2.5.1969), deutscher Offizier und Politiker, 1932 Reichskanzler, 1933 - 1934 Vizekanzler, 1934 - 1938 Gesandter bzw. Botschafter in Wien, 1939 - 1944 Botschafter in Ankara; Wegbereiter Hitler, glaubte als konservativer Monarchist ursprünglich, Hitler für seine Zwecke benutzen zu können, wendete sich später vom Nationalsozialismus ab. 1946 im Nürnberger Prozess freigesprochen, 1949 von einem Alliiertengericht zu acht Jahren Arbeitslager verurteilt, die er wegen der verbüßten Untersuchungshaft nicht antreten musste. 1952 apologetische Memoiren: "Der Wahrheit eine Gasse".

- Pohl, Oswald: (1892 – 1951), SS-Obergruppenführer, Leiter des SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamtes (Inspekteur der Konzentrationslager).

- Raeder, Erich: (1876 - 1960), deutscher Großadmiral, 1928 – 1935 Chef der Marineleitung, 1935 - 1943 Oberbefehlshaber der Kriegsmarine. 1946 in den Nürnberger Prozessen zu lebenslänglichem Gefängnis verurteilt, aus gesundheitlichen Gründen 1955 entlassen.

- Rathenau, Walther: (29.9.1867 – 24.6.1922), deutscher Großindustrieller, Politiker und Schriftsteller, 1921 Minister für Wiederaufbau, 1922 Außenminister, unterzeichnete den Rapallo-Vertrag, wurde, weil er für die Erfüllung des Versailler Vertrages eintrat ("Erfüllungspolitik"), um den Siegermächten des Ersten Weltkriegs dessen Unerfüllbarkeit zu demonstrieren, und weil er Jude war, von Rechtsradikalen auf der Fahrt ins Auswärtige Amt erschossen.

- Ribbentrop, Joachim von: (30.4.1893 – 16.10.1946), deutscher NS-Politiker, seit 1930 Mitglied der NSDAP, 1936 – 1938 Botschafter in London, seit 1940 SS-Obergruppenführer, 1938 - 1945 Reichsaußenminister (führte die Verhandlungen über den deutsch-russischen Nichtangriffspakt). Als einer der Hauptkriegsverbrecher im Nürnberger Prozess zum Tode verurteilt.

- Röhm, Ernst: (28.11.1887 – 1.7.1934), deutscher nationalsozialistischer Politiker und Offizier, Stabschef der SA und zugleich Reichsminister. War schon früh Anhänger Hitlers, baute die SA auf und führte die Parteiarmee als Stabschef seit 1931. Er forderte nach 1933 die Umwandlung der SA in ein Volksmilizheer und ließ Parolen von einer „zweiten Revolution“ laut werden. Unter dem Vorwand des Röhm-Putsches, einer angeblichen Verschwörung Röhms (tatsächlich lagen keine Putschpläne vor, vielmehr eine Kontroverse Röhms und Hitlers über den militärischen Charakter der SA sowie über die Loyalität der Reichswehr) und anderer hoher Funktionäre, wurden Röhm und Hunderte andere dem Regime missliebige Personen am 30.6. und 1.7.1934 umgebracht.

- Rommel, Erwin: (15.11.1891 – 14.10.1944), deutscher Generalfeldmarschall, genannt "Wüstenfuchs". Als Führer der 7. Panzerdivision im Frankreichfeldzug erfolgreich, übernahm er 1941 das Kommando über das Deutsche Afrika-Korps (später Panzerarmee Afrika), mit dem er bis nach Ägypten vordrang, die britische 8. Armee mehrfach besiegen konnte, jedoch bei El Alamein scheiterte. Nach dem Afrikafeldzug kommandierte Rommel die Heeresgruppe B zunächst in Norditalien, später (Dezember 1943 bis Juni 1944) in Frankreich. Seit 1944 in der Widerstandsbewegung gegen Hitler. Nach dem missglückten Umsturzversuch vom 20.7.1944 von Hitler vor die Wahl gestellt, sich vor einem Volksgerichtshof zu verantworten oder Selbstmord zu begehen. Daraufhin begeht Rommel am 14.10.1944 Selbstmord.

- Roosevelt, Franklin Delano: (30.1.1882 – 12.4.1945), 32. Präsident der USA 1933 - 1945, Demokrat, versuchte, mit Politik des New Deal (Neuverteilung) die Wirtschaftskrise zu meistern. Schwenkte nach seiner Wiederwahl 1936 entgegen der öffentlichen Meinung auf Rüstungskurs ein und setzte –1940 zum dritten Mal gewählt- die Unterstützung Englands und 1941 auch der UdSSR gegen Nazi-Deutschland durch. Seiner Mobilisierung der geballten US-Wirtschaftskraft nach dem japanischen Angriff vom 7.12.1941 und der deutschen Kriegserklärung verdankten die Alliierten den Sieg im Zweiten Weltkrieg. Die von ihm geforderte „bedingungslose Kapitulation“ Deutschlands brachte allerdings den deutschen Widerstand in Schwierigkeiten und erleichterte dem NS-Regime den Kampf bis zum buchstäblichen Untergang. Vorbereitung der Gründung der UN, Teilnahme an den Konferenzen von Teheran (1943) und Jalta (1945). Den Sieg über Japan aufgrund der von ihm forcierten Atombombe erlebte er nicht mehr.

- Rosenberg, Alfred: (12.1.1893 – 16.10.1946), deutscher NS-Politiker, seit 1919 Anhänger Hitlers, 1934 bis 1945 Reichsleiter und Beauftragter für die weltanschauliche Schulung der NSDAP, seit 1941 Reichsminister für die besetzten Ostgebiete und somit teif in die Kriegsverbrechen verstrickt., schrieb das neben Hitlers "Mein Kampf" wichtigste Buch des Nationalsozialismus, das als dessen "wissenschaftliche" Grundlage galt: "Der Mythos des 20. Jahrhunderts". Im Nürnberger Prozess als einer der Urheber der Judenverfolgung zum Tod verurteilt.

- Runstedt, Gerd von: (1875 – 1953), deutscher Generalfeldmarschall.

- Sauckel, Fritz: (1894 – 1946), seit 1933 Reichsstatthalter von Thüringen und seit 1942 Generalbevollmächtigter für den Arbeitseinsatz im Rahmen des Vierjahresplanes, im Nürnberger Prozess als Kriegsverbrecher hingerichtet.

- Schacht, Hjalmar: (22.1.1877 – 3.6.1970), deutscher Wirtschafts- und Finanzpolitiker, 1918 Mitbegründer der DDP, 1924 - 1930 Reichswährungskommissar und Reichsbankpräsident, 1933 - 1939 Reichsbankpräsident, 1935 - 1937 Reichswirtschaftsminister, 1937 – 1943 Minister ohne Geschäftsbereich, 1939 Abkehr von Hitler, 1944/45 im KZ, 1946 Freispruch im Nürnberger Prozess. 1947 in einem Entnazifizierungsprozess in Stuttgart zu acht Jahren Arbeitslager verurteilt, 1950 vorzeitig entlassen, 1953 in Düsseldorf das Privatbankhaus Schacht u. Co. gegründet.

- Schirach, Baldur von: (9.5.1907 – 8.8.1974), nationalsozialistischer Politiker, 1933 - 1940 Reichsjugendführer, 1940 - 1945 Gauleiter und Reichsstatthalter in Wien. Der fanatische Hitler-Anhänger wurde 1946 beim Nürnberger Kriegsverbrecherprozess wegen Beteiligung an Judendeportationen zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt, nach Abbüßung der Strafe in Berlin-Spandau 1966 entlassen.

- Schlabrendorff, Fabian von: (1.7.1907 – 3.9.1980), deutscher Jurist und Widerstandskämpfer. Gehörte dem militärischen Widerstand an. Mitbeteiligt an zwei Bombenanschlägen 1943, 1944 verhaftet, aber durch den Zusammenbruch vor der Hinrichtung gerettet. Nach dem Krieg Rechtsanwalt, 1967 - 1975 Richter am Bundesverfassungsgericht.

- Schmundt, Rudolf: General, Chefadjutant der Wehrmacht bei Hitler, Chef des Heerespersonalamtes.

- Scholl Geschwister: Hans (1918 - 1943) und Sophie (1921 - 1943). Studenten, die während des Dritten Reiches der Widerstandsgruppe Weiße Rose angehörten. Beim Verteilen von Flugblättern in der Universität München am 18.2.1943 verhaftet, vier Tage später zum Tode verurteilt und hingerichtet.

- Schukow, Georgi K.: (1.12.1896 – 18.6.1974), sowjetischer Marschall, war im Zweiten Weltkrieg Oberbefehlshaber der Mittel- und Südfront (Stalingrad), 1941 stoppte er den deutschen Vormarsch auf Moskau, besetzte 1945 Berlin, wurde 1946 Befehlshaber der sowjetischen Truppen in Deutschland; wurde 1955 Verteidigungsminister, 1956 Mitglied des Politbüros der KPdSU, 1957 aller Ämter enthoben.

- Schuschnigg, Kurt Edler von: (14.12.1897 – 18.11.1977), österreichischer Politiker (christlich-sozial), 1932 Justizminister, 1933 unter Engelbert Dollfuß Unterrichtsminister, nach dessen Ermordung Bundeskanzler (1934 - 1938). Wurde 1938 in einem Abkommen von Hitler zu Konzessionen gezwungen, die er mit einer Volksabstimmung zu unterlaufen suchte. Nach dem deutschen Einmarsch gestürzt und in Haft genommen. 1948-1967 Professur als Staatsrechtslehrer in den USA. 1967 Rückkehr nach Österreich.

- Seuß, Josef: Verwaltungsbeamter, Dachauer Kriegsverbrecher.

- Seyß-Inquart, Arthur: (1892 - 1946), österreichischer Politiker, seit 1931 Verbindungen zur österreichischen NSDAP, auf Druck Hitlers 1938 Bundeskanzler, vollzog 1938 den Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich und wurde dann Reichsstatthalter der "Ostmark". 1940 - 1945 Reichskommissar für die Niederlande, dort mitverantwortlich für die Judendeportation. 1946 im Nürnberger Prozess zum Tode verurteilt und am 16.10.1946 hingerichtet.

- Speer, Albert: (19.3.1905 – 1.9.1981), deutscher Architekt und NS-Politiker, 1937 Generalbauinspektor für Berlin, 1942 Reichsminister für Bewaffnung und Munition. Widersetzte sich 1945 Hitlers Zerstörungsbefehlen. In Nürnberg 1946 zu 20 Jahren Gefängnis (Spandau) verurteilt. 1966 entlassen.

- Stalin, Jossif Wissarionowitsch (eigentlich Dschugaschwili):    (6.12.1879 – 5.3.1953). Sowjetischer Politiker, Sohn eines Schuhmachers in Gori (Georgien), besuchte orthodoxes Priesterseminar in Tiflis, aus dem er 1898 wegen politischer Betätigung verwiesen wurde. Zunächst Sozialdemokrat, seit 1903 Anhänger der Bolschewiken mehrfach nach Sibirien verbannt. Seit 1922 Generalsekretär der Kommunistischen Partei, 1924 Nachfolger Lenins, unterdrückte mit äußerster Brutalität jede Opposition (u.a. Ausschaltung Trotzkis). Seit 1929 Kollektivierung der Landwirtschaft, Ausbau der Rüstungsindustrie. 1935-1939 blutige Säuberung (Tschistka) von Partei, Armee und Staat von politischen Gegnern. Seit 1941 Vorsitzender des Rates der Volkskommissare und Oberbefehlshaber der Roten Armee, seit 1952 Vorsitzender des Präsidiums des ZK. Mit dem Hitler-Stalin-Pakt 1939 Beginn einer expansiven Außenpolitik. Nach Kriegsende konnte er auf den Konferenzen von Teheran, Jalta und Potsdam die Macht der UdSSR ausbauen. Nach seinem Tod 1956 Ächtung seiner Terrormethoden und des Kultes um seine Person (Stalinismus).

- Stauffenberg, Claus Graf Schenck von: (15.11.1907 – 20.7.1944), Oberst im Generalstab. Anfänglich von Hitler überzeugt, fühlte er sich seit 1942 aus Protest gegen den NS-Terror zum Widerstand hingezogen. Mit einer Gruppe Gesinnungsgenossen versuchte er die gewaltsame Beseitigung Hitlers. Am 20.7.1944 (Zwanzigster Juli) führte er selber ein Attentat gegen Hitler durch. Als Stabschef beim Befehlshaber des Ersatzheeres (seit 1944) bekam er Zugang zum Führerhauptquartier und übernahm die Aufgabe, Hitler durch eine Bombe zu beseitigen. Nachdem das Attentat scheiterte, wurde er verhaftet, von einem Standgericht zum Tod verurteilt und erschossen.

- Streicher, Julius: (12.2.1885 – 16.10.1946), NS- Politiker, war einer fanatischsten, hemmungslosesten und brutalsten Gegner des Judentums. 1923 Teilnahme am Hitlerputsch, Gründer des antisemitischen Hetzblattes "Der Stürmer". 1925 - 1940 Gauleiter von Franken, einer der Urheber der Nürnberger Gesetze, 1946 in Nürnberg zum Tod verurteilt.

- Stresemann, Gustav: (10.5.1878 - 3.10.1929), deutscher Politiker und Friedensnobelpreisträger. War als nationalliberaler Abgeordneter 1907 - 1912 und 1914 -1918 Mitglied des Deutschen Reichtags. Nach dem Ersten Weltkrieg gründete er gemeinsam mit politisch Gleichgesinnten die Deutsche Volkspartei und zog als deren Abgeordneter in die Weimarer Nationalversammlung ein. 1923 Reichskanzler einer großen Koalition; als Reichsaußenminister arbeitete er ununterbrochen bis zu seinem Tod im Jahre 1929. Sein besonderes Verdienst war die politische Stabilisierung der Weimarer Republik sowie die schrittweise Etablierung Deutschlands in Europa nach dem Ersten Weltkrieg. Innenpolitisch gelang ihm 1923 die Beendigung des Ruhrkampfes sowie die Vereitelung sich anschließender bayrischer Staatsstreichpläne und kommunistischer Umsturzversuche. Wichtig war für die Bevölkerung darüber hinaus die Beendigung der Ruhrbesetzung sowie die Sanierung der deutschen Reichsmark. In der Außenpolitik schlug Stresemann einen behutsamen, aber zielstrebigen Kurs ein. Durch die Annahme des Dawes-Plans 1924 (Regelung der deutschen Reparationszahlungen) und des Locarno-Vertrages 1925 (u.a. gegenseitige Garantie der deutschen Westgrenzen) wurde Deutschland 1926 sogar der Eintritt in den Völkerbund gewährt. Darüber hinaus lag Stresemann ein verbessertes Verhältnis zum Nachbarn Frankreich sehr am Herzen. In intensiven Gesprächen mit Aristide Briand in Thoiry bemühte sich 1926 der deutsche Politiker auch um eine vorzeitige Rheinlandräumung, die aber letztlich an französischen Sicherheitsbedenken scheiterte. Erst mit dem Young-Plan, an dessen Vorbereitung Stresemann ebenfalls beteiligt war, wurde dieses Ziel neben einer Neuregelung der deutschen Reparationszahlungen endlich erreicht. Das schwedische Nobelpreiskomitee zeichnete Gustav Stresemann gemeinsam mit Aristide Briand im Jahre 1926 mit dem Friedensnobelpreis aus.

- Stroop, Jürgen: geb. in Detmold, SS-Brigadeführer und Generalmajor der Polizei, Befehlshaber im Warschauer Ghetto, u.a. für die Niederschlagung des Aufstands im Warschauer Ghetto verantwortlich.

- Trenkle, Frank: Aufseher und Henker, Dachauer Kriegsverbrecher.

- Weiße Rose: Studentische Münchener Widerstandsgruppe gegen den Nationalsozialismus mit den Geschwistern Scholl, K. Huber u.a. Nach einer Flugblattaktion in der Münchener Universität wurden die Mitglieder der Weißen Rose 1943 verhaftet und hingerichtet.

- Widerstandsbewegung: Die deutsche Widerstandsbewegung gegen Hitler wurde getragen von sehr verschiedenen Kräften, von den 1933 verfolgten Kommunisten bis zu den Konservativen (Goerdeler, von Hassell, Graf von der Schulenburg, Graf Dohna-Tolksdorf, Dr. Wirmer, Joseph Müller, der preußische Finanzminister Popitz), von Kreisen der Wehrmacht (Generaloberst Beck, General Olbricht, General von Witzleben, Oberst von Stauffenberg, Admiral Canaris, General Stieff, Wagner, Fellgiebel, Lindemann, Heusinger, von Halder, von Hase, von Stülpnagel, Hoepner, Speidel, Rommel), zahlreiche Stabsoffiziere (v. Hofacker, Graf v. d. Schulenburg, Mertz v. Quirnheim u.a.), aus kirchlichen Kreisen (Graf Galen, Bischof von Münster, Pastor Niemöller u.a.), aus der Sozialdemokratie (Haubach, Leber, Leuschner, Mierendorff, Kurt Schumacher, Jakob Kaiser), vom Kreisauer Kreis (Graf Moltke, Graf York v. Wartenburg, Pater Delp), von studentischen und akademischen Kreisen (Die Weiße Rose), daneben traten Einzelgänger auf (Elsner, Attentat im Bürgerbräukeller). Eine Reihe von Versuchen, Hitler zu beseitigen, schlug fehl oder konnte nicht zur Ausführung gebracht werden, das Attentat vom 20.7. (Zwanzigster Juli) missglückte. Die Wiederstandsbewegung wurde insbesondere nach diesem Versuch brutal vernichtet, der Volksgerichtshof unter Roland Freisler verhängte rund 5.000 Todesurteile, die fast ausnahmslos vollstreckt wurden.

- Witzleben, Erwin von: (4.12.1881 - 8.8.1944), deutscher Generalfeldmarschall, mit Beck Spitze des militärischen Widerstandes gegen Hitler, nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 hingerichtet.

- Zwanzigster Juli:  Tag des Attentats auf Hitler im Jahre 1944. Bei diesem Versuch, die NS-Diktatur zu beseitigen, wurde Hitler durch die von Oberst Graf Schenck von Stauffenberg ins Führerhauptquartier gebrachte Bombe nur leicht verletzt, die Machtübernahme durch die Verschwörer misslang in Berlin durch Eingreifen von Goebbels und des Berliner Wachbataillons. Generaloberst Beck wurde zum Selbstmord gezwungen, Graf Stauffenberg und eine Reihe weiterer Offiziere wurden im Hof des Oberkommandos der Wehrmacht erschossen. Die Befehle zur Verhaftung von SS-Führern und Beamten des Sicherheitsdienstes wurden auf Grund der Befehle der Attentäter vom Zwanzigsten Juli in Paris und z.T. in Wien zunächst befolgt, aber kurze Zeit später rückgängig gemacht. Die Folge des Attentats war eine blutige Vernichtungsaktion gegen Angehörige der Widerstandsbewegung, bei der rund 200 Todesurteile vom Volksgerichtshof verhängt wurden.

 
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